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Die
Stadt Gernrode liegt am Nordrand des Unterharzes in
etwa 200m ü. NN. Unmittelbar am Stadtrand beginnen
die weiten Wälder des Harzes und steigen auch die
Berge dort unvermittelt steil an. Die Gründung der
Siedlung wird auf Markgraf Gero (gest. 965)
zurückgeführt, der hier am Fuße des Gebirgsteilrands
einen Fronhof und eine Kirche errichten ließ, um die
sich die Bauernsiedlung mit dem Tieplatz
entwickelte. Nach dem Tod seiner Söhne gründete er
das Kanonissenkloster Gernrode. Heute gilt das Stift
als eine der besterhaltenen frühottonische Bauten.
Von seiner zweiten Reise nach Rom brachte Markgraf
Gero 963 Reliquien des heiligen Cyriakus mit. Kaiser
Barbarossa, der 1188 in Gernrode weilte, stiftete
für die Stephaniekirche, die zweite historische
Kirche, eine Glocke. 1539 erhielt Gernrode das
Stadtrecht, 1545 das Braurecht. |

Das Gelände der Harzer Uhrenfabrik
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Die in der Mitte
des 10. Jahrhunderts entstandene Kirche
bewahrt in ihrer heutigen Gestalt
überwiegend Bauform und Materialteile des
originalen Erstbaus, dank einer umfassenden
Restaurierung von 1865 bis 1872 durch
Ferdinand von Quast (1807 - 1877), die fast
alle nach dem 12. Jahrhundert vorgenommenen
baulichen Veränderungen zurücknahm. Der
Konservator arbeitete im Auftrag des Herzogs
Alexander Karl von Anhalt-Bernburg, zu
dessen Besitzungen Gernrode damals gehörte
und dessen Frau Friederike, die sich der
Erhaltung der bauhistorisch wertvollen und
geschichtsträchtigen Stiftsarchitektur
besonders angenommen hatte. Die Stiftskirche
Gernrode ist ein Fundus historischer und
kulturgeschichtlicher Raritäten: Die Krypta
unter dem Ostchor der Kirche gilt heute,
neben der im thüringischen Rohr, als die
älteste bestehende Hallenkrypta nördlich der
Alpen. Das älteste in Deutschland erhaltene
Beispiel einer architektonischen Nachbildung
des Heiligen Grabes Christi in Jerusalem -
ein Einbau im südlichen Seitenschiff aus der
Zeit von 1060 bis spätestens 1130,
inspiriert durch die Einflüsse der frühen
Kreuzzüge - ist in motivischem Reichtum und
bildhauerischer Gestaltung unvergleichlich.
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